bergmodelle wolfgang pusch
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NOTA BENE . . .

Herstellung

Maschine versus Mensch

Die Herstellung der Reliefs folgt der Tradition des klassischen Reliefbaus, der sich als Kunsthandwerk versteht und mittlerweile auf eine über 100jährige Tradition zurückblicken kann (Siehe auch Geschichte des Reliefbaus). 

Daher werden die Reliefs dieser Seite auch durchweg in Handarbeit gefertigt, von den Planungsarbeiten am Computer abgesehen.


Neben prinzipiellen Gründen (siehe Philosophie des Reliefbaus) ist es vor allem die mangelhafte Qualität maschinell hergestellter Modelle, die zur Handarbeit zwingt. 

Nachfolgend ein Modell des Mount Everest im extrem kleinen Maßstab 1:100.000. Der Prototyp wurde mittels eines 3D-Druckers als Negativ aus Kunststoff erstellt, und von diesem zur Weiterverarbeitung ein Gipsabguss angefertigt. Die Datengrundlage des Digitalen Geländemodells war bis rund 15 Meter aufgelöst, die großen Moränen und Felsstrukturen des Berges waren im digitalen Geländemodell also erkennbar. Allein – in solch einem kleinen Maßstab kann auch ein hochauflösender 3D-Drucker dies nicht umsetzen: Man sieht nicht die natürliche Topographie des Berges, sondern die Bearbeitungsspuren der Maschine.

Erst durch die Bearbeitung per Hand werden die natürlichen Strukturen der Topographie sichtbar – in diesem Maßstab im Submillimeter-Bereich!

I.  Planung

Nach der Entscheidung, welcher Berg denn als Modell erstellt werden soll, beginnt das Austüfteln der wichtigen Parameter Maßstab und sinnvolle Abmessung des Reliefs.

Aus dem festgelegten Maßstab und den gewünschten Abmessungen, die das Relief erhalten soll , ergibt sich die Fläche, die abgebildet werden kann.

Die jeweils oft völlig unterschiedlichen Ausmaße jedes individuellen Berges erfordern hier eine gründliche Überlegung, wo die Grenzen des Reliefs festgelegt werden sollen. Trifft man bereits hier eine falsche Entscheidung, kann das gesamte Erscheinungsbild des Reliefs später gestört sein.

In dieser Arbeitsphase hilft heutige Visualisierungssoftware für Digitale Geländemodelle durchaus, weil man dort das Aussehen des Reliefs schon simulieren kann.

Stufenmodell des Mount Everest

II.  Rohmodell

Für das Erstellen des Rohmodells könnte man prinzipiell auf eine maschinelle Fertigung mittels Fräsen oder 3D-Druck zurückgreifen. Der Aufwand, die richtigen Daten im richtige Format von der richtigen Firma entsprechend »drucken« zu lassen ist jedoch nach wie vor erheblich und auch finanziell nicht günstiger, als das klassische Verfahren:  Die Höhenlinien werden aus einer der Äquidistanz (der vertikale Abstand der Höhenschichten) entsprechenden Sperrholzplatte ausgesägt und die einzelnen Schichten montiert.

Es entsteht ein sogenanntes »Treppenstufenrelief«, das die Topographie der Region je nach gewählter Äquidistanz bereits gut abbildet. Vor allem sorgt das Rohmodell dafür, dass das Relief in Lage und Höhe maßstabsgetreu ist. Die entscheidenden Strukturen im Gelände, nämlich Oberflächenformen von Fels, Geröll und Schutt, Gletschern, Wald und Siedlungen sind in einem solchen Treppenstufenmodell aber eben nicht enthalten. Sie verleihen der Landschaft aber erst ihr charakteristisches Aussehen.

III.  Feinmodell

Das Rohmodell muss also weiterverarbeitet werden und dazu aus einem geeigneten Material bestehen. Vom dem Rohmodell aus Sperrholz wird daher ein Abguss aus homogenem Gips erstellt. Gips bleibt auch in heutigen modernen Zeiten, in denen hunderte Modelliermaterialien der chemischen Industrie zugänglich sind, nach wie vor der beste Werkstoff. Aus dem homogenen Gips lässt sich die Topographie bestens herausschnitzen.

Das bloße Überspachteln des Sperrholzmodells mit Gips führt dabei nicht zum Ziel, denn beim Schnitzen wird man ständig auf das störende Sperrholz treffen. Als Vorlage zum Schnitzen sind möglichst stereoskopisch (räumlich zu betrachtende) Fotos notwendig, andernfalls weitere Fotos des Gebiets, möglichst zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten. Eine gute topographische Karte ist ebenfalls unentbehrlich.

Mit einem Sortiment an guten Schnitzwerkzeugen lassen sich sämtliche Oberflächenformen mit einiger Übung gestalten.

Während alle bisherigen Arbeitsschritte eher technischer Natur sind und von jedem mit dem entsprechenden Wissen ohne Probleme ausgeführt werden können, erfordert nun das Schnitzen handwerkliches Talent, einige hundert Stunden Erfahrung sowie die Fähigkeit, die Topographie aus den vorliegenden Bildern herauslesen und umsetzen zu können.

Nicht alle Geländeformen werden geschnitzt: Gletscher z.B. werden mit einer Spachtelmasse aufmodelliert.

Feinarbeit am Rohmodell am Beispiel des Reliefs  »Weißhorn, Relief 1:10.000«:  Aus dem Rohmodell wird die Topographie geschnitzt.

 

Die Ergebnisse:  Gletschervorfeld des Hohlichtgletschers, Hochlichtgletscher und die Westwand des Weisshorn.

Wald muss ab einem Maßstab von 1:50.000 plastisch dargestellt werden, dies geschieht wirkungsvoll durch das Aufleimen von Sand.

Gebäude oder ähnliche Infrastruktur sollte ab einem Maßstab von 1:25.000 plastisch gestaltet werden, dies geschieht mit entsprechend zugeschnittenen Polysterol-Würfeln.

Das Schnitzen ist der entscheidende Arbeitsschritt, durch den das Relief schließlich bis ins Detail die wiederzugebende Landschaft abbildet. Bei diesem Arbeitsschritt zeigt sich der Unterschied zum maschinell erstellten Relief.

Das Feinmodell ist auch das Original, wenn keine weiteren Reliefs dieses Typs erstellt werden sollen. Dann lässt sich bereits das Feinmodell bemalen und die Oberfläche abschließend bearbeiten.


Will man jedoch weitere gleichartige Reliefs herstellen, muss aus dem Feinmodell eine Abgußform aus Silikon hergestellt werden.

Aus Silikonformen lassen sich fast beliebig viele Abgüsse des Originals fertigen.

IV.  Bemalung / Finish


Jeder Abguss wird einzeln bemalt. Auch dieser Arbeitsgang lässt sich nicht ohne Qualitätseinbußen automatisieren.

Neben dem Schnitzen erfordert auch die Bemalung eines Reliefs viel Erfahrung und Übung. Am Original entstehen die Farbeindrücke einer Landschaft durch das Zusammenspiel unendlich vieler Einzelfarben, die das Auge nicht mehr auflösen kann.

Im Relief kann man den Effekt einer aus mehreren hundert Metern betrachteten Blumenwiese mit tausenden Einzelblumen nicht dadurch erreichen, dass man jede Blume maßstabsgetreu mit einigen Picolitern Farbe aufträgt – der Mischeindruck, den das Auge empfindet, muss nachgeahmt werden.

Weitere Detaileffekte, wie eine teilweise beschneite oder vereiste Felswand oder das Glänzen von Wasser- und Eisoberflächen werden im Finish erreicht, bevor das Relief in den Rahmen montiert werden kann.

Bemalung am Beispiel des Reliefs  »Weißhorn, Relief 1:10.000«:  Zunächst erfolgt die Grundierung, darauf die grobe Bemalung und schließlich die Feinbemalung.

Relief OLPERER zur Ausstellung zum 150. Jahrestag der Erstbesteigung

Neues Serienrelief:

K2 1:25.000

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